Grüße aus Sheffield. Ich übernachte wie gewohnt im Kenwood Hotel.
Heute Morgen bin ich aufgewacht, nachdem ich geschlafen habe wie ein Stein – ganze 12 Stunden tief und fest (warum, erkläre ich gleich). Es war Freitag, der 1. Mai – Maifeiertag… Tag der Arbeit in weiten Teilen Europas… Vollmond… und der Vorabend eines verlängerten Wochenendes. Einer dieser seltenen Momente, in denen sich alles irgendwie fügt und man einfach innehält, nachdenkt und es genießt.
Letzte Woche habe ich Ihnen von meiner seltsamen Nacht in Guangzhou erzählt – falls Sie diese kleine Warnungsgeschichte verpasst haben, können Sie sie hier nachlesen…
Seitdem war ich ziemlich viel unterwegs.
Ich bin sicher in Kathmandu angekommen, habe unsere Lieferanten getroffen, laufende Bestellungen überprüft… und ja, sogar noch eine Hochzeit mitgenommen (wie man das eben so macht) – siehe die Neuigkeiten von letzter Woche.
Aber das eigentliche Highlight war ein kurzer Ausflug außerhalb des Tals, um eine Filzfabrik zu besuchen.
Das ist wirklich interessant… Das Filzgeschäft in Nepal boomt. Es ist nicht nur die Geschichte einer Fabrik – es ist die Geschichte ganzer Dörfer. Tausende Menschen sind daran beteiligt. Die meisten Kunsthandwerker entscheiden sich tatsächlich dafür, von zu Hause aus zu arbeiten, und das System ist in seiner Einfachheit genial: kleine Lastwagen fahren in die Bergdörfer hinauf, liefern Rohmaterialien ab, sammeln fertige Produkte wieder ein… und nehmen sogar Abfälle zum Recycling mit zurück.
Gleichzeitig gibt es in der Fabrik diese schönen, offenen Räume – Fenster weit geöffnet zur Bergluft, Reihen von Frauen und Mädchen (und auch ein paar Jungen), die bequem auf Kissen sitzen und still Wolle mit der Nadel zu diesen filigranen kleinen Kunstwerken verarbeiten.
Sie lächeln, wenn man hereinkommt. Neugierig, herzlich… stolz.
Der Besitzer – voller Energie – erklärt alles (in einer Mischung aus Begeisterung und Übersetzung). Er erzählt, dass viele Kunsthandwerker nicht nur zum Arbeiten kommen, sondern auch, um Freunde zu sehen, neue Designs zu lernen… um Teil von etwas zu sein.
Dann stellt er uns einen jungen Mann vor – taub und stumm –, aber voller Persönlichkeit. Ein Katzenliebhaber. Er hat seine eigenen Designs entwickelt… darunter diese wunderschöne weiße Katze. Eine echte Persönlichkeit.
Es gibt auch eine kleine Küche vor Ort. Wir sitzen alle gemeinsam zum Mittagessen zusammen – einfaches, lokales Essen, geteilte Geschichten, ein bisschen Tratsch… einer dieser Momente, die einen daran erinnern, warum man das eigentlich alles macht.
Von dort geht es dann mit Buddha Air (eine Geschichte für sich…) schnell nach Kolkata.
Ein etwas surrealer Flug. Die Stewardess hatte Watte dabei – alle (außer mir) stopften sich Watte in die Ohren!
Herr Chatterjee hat mich am Flughafen abgeholt – und das war ein wirklich besonderer Moment für ihn und seine Familie. Sie sind gerade in eine brandneue Wohnung in einer großen, chinesisch geprägten Wohnanlage direkt am Ufer des Ganges gezogen. Ein echter Sprung in der Lebensqualität – und sie sind unglaublich stolz, mich als ihren ersten Gast im „Gästezimmer“ begrüßen zu dürfen.
Zeitlich gesehen komme ich genau mitten in die Regionalwahlen in Bengalen an. Eine eigenartige Atmosphäre – die Wahlkommission übernimmt faktisch die Verwaltung, Alkohol ist verboten, und auf einem Motorrad darf nur eine Person mitfahren (ja, wirklich). Alles dient dazu, politische Spannungen unter Kontrolle zu halten. Überall Flaggen. Überall Soldaten. Starke Meinungen. Eine ziemlich eindrückliche Szenerie.
Trotz allem – wir haben gearbeitet.
Gemeinsam mit Herrn Chatterjee und seinem Sohn konnten wir einige neue Produktideen entwickeln – die Fabrik ausgelastet halten und die Dinge weiter voranbringen.
Und dann… die Heimreise.
Vielleicht der günstigste „Business-Class“-Flug, den ich je gebucht habe – 500 £ von Kolkata nach Manchester über Mumbai. Indigo Air. Was könnte da schon schiefgehen?
Nun ja… kein vollständig flaches Bett, sondern das, was sie „Stretch“ nennen. Und ehrlich gesagt… ziemlich gut. Bequem genug zum Schlafen, ausgezeichnetes Essen (jederzeit serviert), ein Glas Wein bei Bedarf und ein wirklich freundlicher Service.
Würde ich das wieder machen? Ja – absolut.
Fast forward… ich bin am Donnerstag Nachmittag wieder in Manchester gelandet, nach Hause gefahren… und dann in diesen 12-stündigen Schlaf gefallen.
Und hier bin ich. 5 Uhr morgens. Ich schreibe das hier. Ruhiges Zimmer, draußen beginnt gerade das Tageslicht. Klarer Kopf.
Zeit, ins Büro zu fahren und das Team zu sehen.
Wie immer bleiben mir vor allem die Menschen hinter den Produkten im Gedächtnis. Der Kunsthandwerker mit seiner wunderschönen Katze… die Familie Chatterjee, stolz auf ihr neues Zuhause… der ruhige Rhythmus der Arbeit in den Bergen… und das Gefühl, dass in dieser schnelllebigen Welt manche Dinge immer noch mit Sorgfalt, Geduld und Stolz gemacht werden.
Ich wünsche euch allen eine schöne und gute Woche – egal ob ihr arbeitet, euch ausruht oder irgendwo dazwischen seid.
Mehr Geschichten nächste Woche…
Bis dahin, passt gut auf euch auf.
David







.jpeg)